Dreiundzwanzig Haarschnitte in einem Kemptener Hof
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Gemeinschaft
Die Hitze drängte die Stühle hinaus in den Hof. Dreiundzwanzig Menschen nahmen trotzdem Platz, und danach gab es Mittagessen.
Kempten, Bayern
Fünf Freiwillige kamen in die Wärmestube des Bayerischen Roten Kreuzes in Kempten: vier Schneide-Engel und ein Organisations-Engel, in der schlichten Sprache, die die Barber Angels für sich selbst verwenden. Der Plan war der übliche — kostenlose Haarschnitte und Bartpflege für die Gäste der Tagesstätte. Das Wetter hatte andere Pläne.
Da die Innenräume bei extremer Hitze nicht nutzbar waren, verlagerte sich der Betrieb hinaus in den Hof und unter den Carport. Dreiundzwanzig Gäste wurden im Lauf des Besuchs versorgt. Anschließend aßen alle gemeinsam.
Kein einmaliges Ereignis
Was den Kemptener Besuch aufschreibenswert macht, ist seine Selbstverständlichkeit. Die Barber Angels sind regelmäßige Gäste in der Wärmestube, Teil des Rhythmus dieses Ortes und kein Fototermin, der einmal kommt und wieder geht. Der Kreisverband Oberallgäu des Roten Kreuzes beschreibt sie schlicht als sehr willkommen.
Vier Schneide-Engel, ein Organisations-Engel und ein Carport statt eines Salons.
Warum Barbiere immer wieder dabei sind
Fragen Sie einen Barbier, der sich bei so etwas engagiert hat, und die Antwort handelt selten von Haaren. Ein Haarschnitt ist eine der wenigen Formen von Hilfe, die zugleich nahe körperliche Zuwendung ist — jemand verbringt zwanzig Minuten damit, wie Sie auf andere wirken werden. Für Gäste, die eine schwierige Phase durchleben, ist das keine Kleinigkeit, und das gemeinsame Mittagessen danach gehört zur selben Geste und ist kein Zusatz.
Für Betriebe, die über eine eigene Variante nachdenken, ist das Kemptener Modell denkbar unkompliziert: eine Partnerorganisation, die Raum und Vertrauen bereits mitbringt, ein fester Termin im Kalender und genügend Hände, um einen Vormittag zu bewältigen.
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Vom Stuhl aus
Eine Bartpflege, die mit Öl abgeschlossen und nicht trocken gelassen wird, ist der Unterschied zwischen einem Zurechtmachen und dem Gefühl, umsorgt zu sein. Sie kostet einen Betrieb pro Kopf fast nichts, und sie ist der Teil, an den sich die Gäste erinnern.
Quelle: Bayerisches Rotes Kreuz, Kreisverband Oberallgäu. Verfasst für The Barber Journal.