Barbershop inside a theme park (AI-generated illustration)

Der Barbershop verlässt die Einkaufsstraße: ein Erlebnispark, ein Spa-Hotel und ein Studio mit 500 Quadratmetern

The Barber Journal · Brands of Sultan

Business

Drei Barbershops haben diesen Sommer innerhalb weniger Wochen eröffnet. Keiner davon hat eine Ladeneinheit in einer Einkaufsstraße genommen — und in allen dreien kommt der Kunde eigentlich wegen etwas anderem.

The Barber Journal | 14. September 2026

Die kurzen Antworten

Erlebnispark: Berry Fresh, ein umgebauter Truck auf dem Parkplatz von Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen. Vier Barbiere, Montag bis Samstag, 9:00–19:00 Uhr.

Die Preise dort: 21 € für den Haarschnitt, 15 € für Kinder bis acht Jahre, 15 € für das Bartrimmen.

Spa-Hotel: Herrengut, die Hamburger Marke aus St. Pauli und St. Georg, betreibt einen Barbershop im Lighthouse Hotel & Spa in Büsum an der Nordsee.

Multidisziplinäres Studio: Santana & Co, Fort Worth, Texas — rund 500 Quadratmeter, die Barbering, Haarpigmentierung (SMP), Tätowierung, Permanent Make-up und Ausbildung vereinen. Etwa zwanzig Fachkräfte, davon neun Barbiere. Eröffnet im August 2026.

Der gemeinsame Nenner: Laufkundschaft, die der Shop nicht selbst erzeugen muss.

Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen ist ein Erdbeerhof, aus dem eines der meistbesuchten Familienziele Norddeutschlands geworden ist. Im August kam ein Barbershop dazu. Berry Fresh ist keine Ladeneinheit im Park, sondern ein ausgebauter Truck auf dem Parkplatz, besetzt mit vier Barbieren, montags bis samstags von neun bis neunzehn Uhr geöffnet. Der Haarschnitt kostet 21 €, das Bartrimmen 15 €, Kinder bis acht Jahre zahlen 15 €.

Begeistert waren nicht alle. Die Ankündigung löste auf den Social-Media-Kanälen des Parks deutliche Kritik aus: Stammbesucher fanden, ein Barbershop gehöre nicht in ein Familienziel, und der Park entferne sich von dem, was ihn ausgemacht habe. Die Reaktion des Parks lief im Kern darauf hinaus, um Geduld zu bitten — erst laufen lassen, dann urteilen — und das Angebot als etwas zu beschreiben, das gute Laune machen solle. Eine Erinnerung daran, dass ein ungewöhnlicher Standort das Publikum des Gastgebers mitbenutzt, und dass dieses Publikum dazu eine Meinung haben kann.

Die Spa-Etage

Vierhundert Kilometer weiter westlich, an der Nordseeküste, führt das Lighthouse Hotel & Spa in Büsum einen Barbershop unter seinen Spa-Angeboten. Betrieben wird er von Herrengut, einer Hamburger Marke mit Shops in St. Pauli und St. Georg, und er steht neben den übrigen Behandlungsangeboten des Hauses statt an einer Straße draußen.

Die Logik unterscheidet sich vom Erlebnispark. Ein Hotelgast ist nicht auf der Durchreise, sondern bleibt, meist mehrere Tage, meist mit unverplanter Zeit, und oft in einer Stimmung, in der eine Rasur eher zum Urlaub gehört als zur Pflicht. Es ist dieselbe Überlegung, die vor hundert Jahren überhaupt erst Barbiere in Hotels gebracht hat — und dieselbe, aus der Spa-Preise besser tragen als Preise an der Einkaufsstraße.

Alles unter einem Dach

Der dritte Fall ist noch einmal etwas anderes. In Fort Worth, Texas, hat Sam Garcia im August ein rund 500 Quadratmeter großes Studio für Santana & Co eröffnet, das Barbering mit Haarpigmentierung, Tätowierung, Permanent Make-up und einem Ausbildungsprogramm verbindet. Etwa zwanzig Fachkräfte arbeiten dort, neun davon Barbiere. Garcias eigene Einordnung, berichtet von BarberEVO: „Ich bin durchs ganze Land gereist, und ich habe nie einen Ort gesehen, an dem Tätowierung, Permanent Make-up, Haarpigmentierung, Barbering und Ausbildung alle zusammenkommen.“

Hier leiht sich der Shop nicht fremde Laufkundschaft, sondern baut eigene auf, indem er Leistungen stapelt, die sich denselben Kunden teilen. Wer eine Haarpigmentierung bucht, denkt per Definition bereits darüber nach, wie sein Kopf aussieht. Der Barbierstuhl steht drei Meter weiter.

In allen drei Fällen kam der Kunde wegen etwas anderem als einem Haarschnitt. Genau darum geht es.

Was das fürs Regal bedeutet

Die Folgen für den Verkauf lohnen einen Gedanken, denn sie sind nicht in allen drei Fällen dieselben. Ein Parkbesucher ist in Ausgabelaune und reist leicht — ein kleiner, geschenktauglicher Artikel passt in eine Tüte, in der ohnehin schon anderes steckt. Ein Hotelgast hat Zeit, keinen Grund zur Eile und ist es gewohnt, das zu kaufen, was er im Spa ausprobiert hat. Ein Studiokunde mit langem Termin hat von den dreien die längste Berührung mit dem, was im Regal steht.

Garantiert ist damit nichts. Aber alle drei zeigen aus verschiedenen Richtungen auf denselben Schluss: Das Regal verkauft an Kunden, die es nicht eilig haben, und ungewöhnliche Standorte bringen tendenziell Kunden hervor, die es nicht eilig haben. Wer über einen zweiten Standort nachdenkt — Hotel, Fitnessstudio, Kaufhaus, Veranstaltungsort — sollte fragen, in welcher Verfassung die Besucher des Gastgebers ankommen, nicht nur, wie viele es sind.

Fragen vom Stuhl

Wo eröffnen Barbershops, wenn nicht in der Einkaufsstraße?

Aktuelle Beispiele sind ein umgebauter Truck auf dem Parkplatz eines deutschen Erlebnisdorfs, ein Barbershop auf der Spa-Etage eines Nordseehotels und ein großes multidisziplinäres Studio, das Barbering mit Tätowierung und Haarpigmentierung verbindet. Die gemeinsame Logik: den Stuhl dort aufstellen, wo sich ohnehin aus einem anderen Grund Publikum sammelt.

Funktioniert ein Barbershop im Hotel?

Es ist ein etabliertes Format — Hotelbarbiere gab es vor dem modernen Straßengeschäft. Der Vorteil ist ein Gast mit Zeit und ohne festen Plan; die Einschränkung ist, dass die Nachfrage der Auslastung folgt, weshalb es sich für Häuser mit gleichmäßiger Ganzjahresbelegung besser eignet als für rein saisonale.

Was kostet ein Barbershop in einem deutschen Erlebnispark?

Berry Fresh bei Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen nennt 21 € für den Herrenhaarschnitt, 15 € für das Bartrimmen und 15 € für Kinder bis acht Jahre.

Was ist ein multidisziplinäres Grooming-Studio?

Ein einzelner Standort, der Barbering mit angrenzenden Leistungen für denselben Kunden verbindet — typischerweise Haarpigmentierung, Tätowierung und Permanent Make-up, manchmal zusätzlich Ausbildung. Santana & Co in Fort Worth führt all das auf rund 500 Quadratmetern mit etwa zwanzig Mitarbeitenden.

Verkauft sich das Regal an einem ungewöhnlichen Standort besser?

Dafür gibt es keine veröffentlichten Zahlen, und es hängt vom Standort ab. Das Argument dafür ist schlicht: Das Regal verkauft an Kunden ohne Eile, und Hotelgäste, Tagesausflügler und Kunden mit langen Terminen haben es in der Regel nicht eilig. Prüfen Sie es an Ihren eigenen Zahlen, bevor Sie darauf einen zweiten Standort gründen.

Welches Risiko hat ein ungewöhnlicher Standort?

Man erbt das Publikum des Gastgebers samt seinen Erwartungen. Die Eröffnung bei Karls zog anhaltende Kritik von Stammbesuchern nach sich, die fanden, ein Barbershop gehöre nicht in ein Familienziel — eine Reaktion, die sich ebenso gegen den Gastgeber richtete wie gegen den Shop. Jeder Partnerstandort bringt eine bestehende Beziehung zu seinem Publikum mit, und die kann genauso gut gegen einen arbeiten wie für einen.

■

Vom Stuhl aus

Ein zweiter Standort braucht kein zweites volles Regal. Er braucht die zwei oder drei Artikel, die die Kunden genau dieses Standorts tatsächlich mitnehmen — im Hotel oder beim Tagesausflug meist das kleinste, geschenktauglichste Ende des Sortiments statt der kompletten Linie.

Sultan liefert Bartöl, Bartwachs, Bartshampoo und Haarwachs an Barbershops zu Partnerpreisen, ohne Mindestlaufzeit. Mindestbestellwert €148 zzgl. MwSt. – frei kombinierbar über alle Produkte.

Geschrieben für The Barber Journal auf Basis der eigenen Seite von Karls zu Berry Fresh und der Berichterstattung des Nordkurier, der Angaben des Lighthouse Hotel & Spa und von Herrengut sowie des BarberEVO-Berichts zu Santana & Co. Flächenangabe in Quadratmetern gerundet aus 5.500 square feet. Die Überlegungen zum Verkauf sind allgemeine Brancheneinschätzung, keine gemessenen Ergebnisse — prüfen Sie sie an Ihren eigenen Zahlen. Sie beliefern Salons in Ihrem Markt? Siehe Großhandel und Distribution.

Zurück zum Blog